Melanie Klapper

Raum linksrechts

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1. Wir sprechen hier Menschen an, die unserer Meinung nach einen besonderen Ort mit persönlicher Ausstrahlung schaffen. So wie die Galerie „Raum linksrechts“. Zwei Räume, zwei Farben – was war eure Idee dahinter?

Der Name „Raum linksrechts“ wurde inspiriert durch einen Zeitungsartikel, in dem über eine unserer Ausstellungen berichtet wurde. Darin beschrieb der Autor die Galerie ziemlich charmant: Dass man ja relativ schnell durch sei, ein Raum links, ein Raum rechts. Das hat uns gefallen „Raum linksrechts“ hört sich doch gut an. Es war zudem der Zeitpunkt, zu dem wir den Namen der Galerie ändern wollten. Eine Neuorientierung stand an, denn bis dahin gehörte die Galerie mit zu „Kunstleben e.V.“ Der neue Name war quasi der Einstieg, die Eingliederung ins Gängeviertel, das zu dieser Zeit ja besetzt wurde.

Um das Zweiraum-Konzept zu unterstreichen, kam die Idee auf, einen Raum weiß und den anderen schwarz zu streichen. Hopp oder topp, links oder rechts – eine Aufforderung, sich eindeutig zu positionieren. Schwarz oder weiß, ohne Grauzonen. Das entsprach unserer damaligen Situation und ist uns auch noch heute wichtig: klar Position zu beziehen. Genau so wählen wir ja auch unsere Künstler aus. Ganz oder gar nicht. Keine Hobbymalerei, sondern junge Hamburger Künstler, die eindeutig Kunst machen wollen

2. Aber ihr wollt schon, dass die beiden Räume miteinander kommunizieren?

Es ist immer ganz interessant und spannend, mit dem Effekt der beiden Räume und Farben zu spielen. Wie wirken Bilder auf Weiß, wie wirken sie auf Schwarz? Manche Künstler finden das total spannend, für andere ist es der totale Horror. Meistens entstehen aber die Ausstellungskonzepte direkt in der Galerie. Die Künstler arbeiten mit den beiden Räumen und geben ihnen somit eine ganz neue Atmosphäre.

Das ist immer wieder spannend. Je nach Künstler erkennt man die Galerie im Vergleich zu der vorherigen Ausstellung auch gar nicht wieder. Wir hatten zum Beispiel eine Ausstellung von Jivan Frenster, bei der die Räume wie eine Praxis wirkten. Sehr klinisch, mit Lamellen vor den Fenstern und Massage-Liege. Bei der Ausstellung von Paul Gregor hingegen gab es eine Lagerfeueratmoshäre. Es wurden Teppiche ausgelegt und ein paar Baumstämme mitten in den Raum gestellt. Irgendwann saßen dann alle auf dem Boden und es hatte tatsächlich etwas von Lagerfeuerromantik. Das ging bis morgens um acht, man saß in geselliger Runde und hat sich unterhalten. Das richtet sich ganz nach dem Künstler oder der Kunst. Die nächste Ausstellung kann dann wieder ganz klassisch sein. Hier ist vieles möglich. Das Zweiraum-Konzept verstehen natürlich nicht alle Besucher auf Anhieb. Aber dann muss man eben kommunizieren, dass es links und rechts gibt. Dabei entsteht ja auch ein Dialog.

3. Seit seiner Besetzung 2009 entwickelt sich das Gängeviertel zu einem Ort kultureller Vielfalt. Seid ihr Mitbesetzer oder hat sich euer Projekt parallel dazu entwickelt?

Wir gehören nicht zu den original Besetzern. Bevor es die Gängeviertel Initiative gab, wurden schon vereinzelt Flächen bespielt. Da gehörte die „Puppenstube“ dazu, die Galerie KunstLeben, die jetzt der „Raum linksrechts“ ist, und vereinzelt gab es Wohnungen, die als Atelier genutzt wurden. Kunst und Kunstprojekte gab es also schon vorher. Wir haben uns 2009 auch nicht aktiv an der Besetzung beteiligt. Wir waren ja quasi schon da. Mit der Besetzung habe ich angefangen, die Galerie mit Jana Duda und später Jennifer Heeling zusammen zu betreuen. Damals noch unter der Schirmherrschaft von „KunstLeben e.V.“ Wir sind also keine Besetzer, sondern haben uns erst etwa eineinhalb Jahren nach der Besetzung der Initiative angeschlossen. Die Abnabelung war wichtig für das, was die Galerie heute ist. „Wir sind alle Gängeviertel“ – ohne noch eine weitere Organisation oder einen Verein dazwischen. Seit circa sechs Jahren leite und organisiere ich die Galerie mit Patrick Giese und Christine Preuschl zusammen. Seit fünf Jahren werden wir von der Kulturbehörde gefördert. Das reicht aus, um die Kosten zu decken. Die Räume sind bis zur Sanierung noch kostenlos und wir arbeiten alle unentgeltlich. Man braucht also nicht viel Geld, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Da muss man sicher auch Kompromisse eingehen, aber das tragen die Künstler einfach mit uns.

4. Du hast zwei Partner, die mit dir hier diese Galerie ehrenamtlich führen. Sowas schafft man nicht mal einfach so. Da steht viel Arbeit, Liebe und Zeit dahinter. Ist das nicht alles sehr zeitintensiv? Und dann noch ohne die übliche Entlohnung?

Es ist schon zeitintensiv, aber es macht auch totalen Spaß. Manche Leute gehen halt Angeln und haben hinterher einen Fisch. (sie lacht) Es sind einfach unterschiedliche Aspekte. Was möchte man eigentlich für ein Mensch sein? Möchte man jemand sein, der bloß konsumiert? Möchte man jemand sein, der zuhause bleibt, liest und gerne etwas für sich macht? Oder möchte man produktiv sein und etwas schaffen, an dem andere Menschen teilhaben können? Möchte man zum Beispiel die Stadt und Kulturlandschaft ein wenig mitgestalten? Man kann sich immer beschweren, dass etwas fehlt oder nicht gefördert wird, dass es zum Beispiel zu wenig Möglichkeiten für junge Künstler gibt. Oder man kümmert sich halt einfach darum, dass es anders wird. Ich bin begeisterte Mitgestalterin und total dankbar, dass ich die Möglichkeit dazu habe. Wie toll ist das, dass wir hier einen Raum haben, den man bespielen kann ohne dafür eigene finanzielle Mittel aufbringen zu müssen! Der klassische Galerist mietet sich Räume an und muss darauf vertrauen, dass die Kunst, die er ausstellt, sich verkauft und ihn finanziert. Von dieser Last sind wir befreit. Das ist total super, dass wir diese Freiheit haben. Somit ist das Arbeiten hier eher ein Privileg.

Natürlich, wir sind dabei auch total egoistisch und stellen nur das aus, was uns gefällt. Wir versuchen, dem Ganzen nach unseren Vorstellungen ein Profil zu geben. Gerade wenn man in etwas viel Zeit investiert und die Entlohnung nicht monetär ist, dann sollte es zumindest etwas sein, das Freude macht. Das steht bei uns an erster Stelle. Und zum Glück sind wir uns meistens einig.

5. Wie wichtig ist dir privat Kunst in deinem Leben?

Ich gehe tatsächlich ständig in irgendwelche Ausstellungen, habe auch zuhause viel Kunst und kaufe viel aus unseren Ausstellungen. Es ist schon sehr wichtig und sehr schön, etwas zuhause zu haben, das an eine Ausstellung erinnert. Obwohl ich mich bei der Auswahl für zuhause viel schwerer tue als bei der Hängung in der Galerie. Dort weiß ich immer genau, wo was hin soll. Das geht zack-zack. Aber zuhause tue ich mich witzigerweise schwer damit. Alleine bei der Umgestaltung meines Wohnzimmers letztes Jahr lagen die acht Bilder, die an die Wand sollten, mindestens ein halbes Jahr auf dem Tisch. Ich konnte mich einfach nicht für eine Reihenfolge entscheiden. Irgendwie verrückt – als ob man es nicht auch zuhause noch mal ändern könnte, wenn es hängt.

6. Wie bist du darauf gekommen, diese Galerie zu leiten? Hattest du diesbezüglich eine Ausbildung?

Nein. Ich habe in Bielefeld Mode studiert. Gegen Ende meines Studiums gab es ein Ausstellungsprojekt, das hieß „Mittwochsbar“. Mittwoch abends hing eine Ausstellung, die am nächsten Tag wieder weg war. Irgendwann gab es von der „Mittwochsbar“ aus eine richtig große Ausstellung im Amerikahaus, 2000 – 3000 qm bespielbare Fläche. Auf dieser riesigen Fläche gab es einen alten Golfshop, der zu einem temporären Café umfunktioniert werden sollte. Mit einem Freund machte ich dafür das Konzept und wir bauten sogar die Möbel. Das war eigentlich mein erster Kontakt zum Ausstellungsbetrieb.

Nach dem Studium bin ich nach Hamburg gezogen und habe angefangen, Räume zu suchen, um Freunde auszustellen. Im „Hinterconti“, der „Aplanat Galerie“ oder „PPS“. Mal eine deutsch-türkische Ausstellung, der „Bilderbazar“, und das Ganze dann nochmal mit tschechischen Künstlern. Dann folgte die Arbeit bei „Kulturreich“, einer Agentur für Kunst und Kommunikation, und über diese Arbeit kam ich zu „Kunstleben“. Ich glaube, die erste Ausstellung in den aktuellen Räumen war Anfang 2006. Sie hieß „Gabi – Fünf Künstler im Brief“. Diese Gabi schrieb ihrer Freundin, dass sie in Michael verliebt sei, und diesen Brief eines Teenagers haben fünf Künstler illustriert. Es gab eine Teenagerparty, und wenn ich mir die Fotos heute ansehe, entdecke ich Leute, die ich heute kenne, aber damals noch nicht kannte. Verrückt, dass sich damals schon manche Wege gekreuzt haben.

7. Du arbeitest in der Siebdruck-Manufaktur „Frohstoff“*, arbeitest bei einem Möbeldesigner, leitest „Raum linksrechts“, hast das Label „klappertaschen“, und machst zudem jedes Jahr auf der „Artville“ die „lakki Bar“. Bist du ein Workaholic?

Lach! Ich habe diese Woche sogar noch einen Filmdreh! Ich mach tatsächlich auch noch Ausstattung. Ach, das passt irgendwie alles ganz gut. Bei „Frohstoff“ bin ich drei Tage die Woche, bei more, dem Möbeldesigner Bernhard Müller, einen Tag die Woche. Ich habe dann quasi einen Tag die Woche übrig für irgendwelche Projekte oder die Galerie. Es macht einfach alles Spaß und oft profitiert das Eine von dem Anderen. Und da ich zum Beispiel bei „Frohstoff“, bedingt durch viele Messen, im Frühjahr mehr arbeite, kann ich mir im Sommer mehr freinehmen, wenn die „lakki Bar“ ansteht. Es entspricht schon alles meinem Charakter. Zuhause bleiben und nichts tun ist eh nicht so meins.

8. Die „lakki Bar“- was muss man sich darunter vorstellen?

Ich mach das mit zwei Freunden zusammen, Falk Stapel und Jan Lehmbeck. Die „lakki Bar“ ist aus dem Wunsch heraus entstanden, das man im „Dockville“* und „Artville“** wieder einen Ort hat, wo man abhängen kann. Das „Dockville“ ist flächenmäßig immer kleiner geworden und dadurch bedingt gab es immer weniger Rückzugsorte. Wir wollten eine Bar machen, die eigentlich keiner braucht, an einem Ort, den man finden muss. Eben keine Bar, die Grundbedürfnisse befriedigt. Jan hat damals schon immer gerne Lakritzschnaps zu allen Geburtstagen mitgebracht und das fanden wir das perfekte Getränk für diese Bar-Idee. Dann wurde der Schnaps  „lakki“ genannt, Freunde von uns haben das Label für die Flasche gestaltet und ein Wohnwagen vom Kunstcamp (jetzt „Artville“) wurde umgebaut und umgestaltet. Im ersten Jahr waren wir auch so versteckt, dass uns wirklich keiner gefunden hat. Das ging nur mit genauer Wegbeschreibung. Unter einem riesengroßen Baum, ringsherum mit Bäumen und Büschen, durch die nur ein kleiner Weg zu uns führte. Alleine den Wohnwagen dahin zu bekommen war sehr abenteuerlich. Seit dem zweiten Jahr wird er auch nicht mehr wegbewegt, weil er sonst wohl auseinanderfällt. Jetzt wird halt nur die Klappe aufgemacht, die Discokugel angeleuchtet, und wir verkaufen mit Hilfe von Freunden unseren lakki-Schnaps.

Dort herrscht eine sehr familiäre, freundschaftliche Atmosphäre. Das ist auch das, was die Leute merken und schätzen. Mittlerweile kennt man uns und alle freuen sich genauso wie wir, wieder vor Ort zu sein. Beim „Artville“ ist es mehr ein Ort für Kommunikation und die Gäste bleiben bis tief in die Nacht. Beim „Dockville“ ist es mehr ein Kommen und Gehen. Es ist auch eher ein Spaß-Projekt. Die Bar hat keine festen Öffnungszeiten, sondern man ist da, solange der Schnaps reicht. Die letzte Flasche ist immer für die Crew. 😉

9. Spielte bei euch schon in der Familie Kunst eine Rolle?

Überhaupt nicht! Ich kommen aus einen relativ kleinem Ort und es gab höchstes mal einen Sonntagsausflug in den Tierpark oder an einen See. Meine Eltern sind überhaupt nicht kunstaffin. Irgendwie hat sich bei mir alles ergeben. Ich habe keinen Masterplan. Über das Modestudium bin ich halt an die Kunst gekommen, die mich schlussendlich mehr begeistert hat als Mode. Ich habe seitdem einfach mehr Freunde aus dem Design- und Fotografie-Bereich als aus der Modebranche.

10. Was war der erste Künstler der dich nachhaltig beeindruckt hat?

In der freien Kunst war das Damien Hirst, in der Fotografie F.C. Gundlach.

11. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen — wie wählt man die jungen Talente aus, die ihr ausstellt?

Wir widmen uns der Förderung junger Kunst in und um Hamburg. Das heißt, wenn man Kunst studiert oder/und in Hamburg lebt, passt man total perfekt ins Profil. Grundsätzlich kann man sich einfach bei uns bewerben. Wichtig ist uns nur, dass man sich der Kunst komplett widmet und sie nicht nur ein Hobby ist. Im Frühsommer fangen wir mit der Planung für das folgende Jahr an und im August/September steht dann das Jahresprogramm. Wie gehen aber auch auf die Reise und suchen junge Künstler, beziehungsweise sprechen sie direkt auf ihren Jahresausstellungen an. Manchmal organisieren wir natürlich auch Kooperationen mit Künstlern aus Hamburg und anderen Städten. Ende des Jahres wird es beispielsweise eine Performance geben, bei der Künstler aus Berlin und Hamburg zusammen arbeiten/performen. Gruppenausstellungen sind eigentlich meine Lieblinge. Durch das gemeinsame Ausstellen passiert immer etwas spannendes — linksrechts, mittendrin ;-).

12. Findest du, Hamburg ist ein guter Ort für Kunstschaffende?

Ich finde schon. Es gibt sicher Orte, an denen mehr Kunst gekauft wird. Das ist in Hamburg tatsächlich etwas schwierig. Es war nun mal lange in Hamburg so, dass die Künstler, die sich im niedrigeren Kunstsegment befinden, also etwa Abschluss-Absolventen der Akademien, wenig Käuferschaft gefunden haben. Das mag sicher daran liegen, dass die Lebenshaltungskosten hier sehr hoch sind. Der Kunst- und Design-Interessierte aus dem Mittelstand kann es sich nicht leisten, jedenfalls nicht ganz selbstverständlich, Geld für Kunst auszugeben. In Berlin sind die Lebenshaltungskosten immer niedriger gewesen, da gab es einfach ein viel größeres Budget für Kunst. Das gleicht sich gerade etwas an. Aber es gibt trotzdem viele kunstinteressierte Menschen. Die meisten Ausstellungen sind wirklich gut besucht.

13. Du hast viele Verpflichtungen, viele Projekte bei denen du involviert bist. Der Gedanke, frei und ungebunden zu sein, heute die Sachen zu packen und einfach weiterzuziehen — könntest du das?

Ich glaube, ja. Natürlich hätte ich jetzt ein kleines Problem, die Galerie abzugeben und plötzlich macht das jemand ganz anderes. Aber wenn Paddy und Christine das weitermachen, könnte ich das schon. Man denkt immer, man wäre so unersetzlich. Dabei ist man das, glaube ich, gar nicht. Es ist am Anfang für die, die den Job übernehmen müssen, etwas anstrengend, aber machbar ist es mit Sicherheit. Das Leben, die Projekte laufen halt weiter, mit oder ohne einen. Die Frage für mich wäre vielmehr: Wo gehe ich hin und was mache ich da? Es muss in jedem Fall etwas Spannenderes sein, als das, was ich jetzt mache. Einfach mal eben so zwei Jahre die Welt bereisen, das allein würde mich nicht ausfüllen. Ich möchte schon ganz gerne eine Aufgabe und brauche ein Ziel. Wie gesagt, nur konsumieren ist nicht so meins. Aber wenn es zudem eine interessante Aufgabe gäbe, fände ich das durchaus reizvoll. Eine Pension mit Atelierräumen aufmachen, die per Stipendien vergeben werden, zum Beispiel. Ich bin ja auch gerne Gastgeberin. Sowas könnte ich mir gut vorstellen.

14. Wenn du nur zehn deiner wichtigsten Dinge im Koffer mitnehmen könntest — was wäre da drin?

Die Vase von meiner Oma, denn eine Erinnerung finde ich schon ganz schön. Aber sonst … nö, da ist nichts, was ich nachhaltig brauche.

15. Was war bisher die beste Idee in deinem Leben?

Ich glaube, die Entscheidung nach dem Studium nach Hamburg zu ziehen und nicht nach London …

16. Auf einer Skala von eins bis zehn – wie geht es dir heute?

Wenn ich sitze neun und im Stehen sechs. Ich habe gerade Rückenschmerzen ;-(

… Danke für dein Mitmachen – und dass du uns teilhaben lässt.


Quickreport:

1. süss oder salzig? salzig

2. morgens oder abends? abends

3. mehr ist mehr oder weniger ist mehr? weniger ist mehr, besonders, wenn man die anzahl der auszustellenden bilder überlegt …

4. lieber allein oder am liebsten mit vielen? mit vielen

5. auto oder fahrrad? fahrrad

6. sekt oder selters? sekt

7. berge oder meer? meer

8. electro oder pop? electro

9. bleistift oder kugelschreiber? kugelschreiber in schwarz

10. rom oder hongkong? rom


found by  // cris

melanie // Sie ist eigentlich scheu. Dabei aber bestimmt nicht maulfaul. Sie weiß, was sie will und was nicht. Sie hat viel zu erzählen, aber im Mittelpunkt stehen findet sie komisch. Das war natürlich ein kleine Hürde, die es zu nehmen galt: Wir wollten ja ein Portrait von ihr. Schon die Auswahl des Fotografen war ihr wichtig. Ihre Wahl fiel auf Sebastian Asiedu, einen Freund, den sie darüber hinaus auch für seine Arbeit schätzt. Darum stellt sie seine Arbeiten auch im „Raum linksrechts“ aus.

Melanie ist umtriebig. Sehr umtriebig. Irgendein Projekt wartet immer, aber trotzdem führt sie jedes mit Bedacht und Ruhe durch. Sie ist kein Hitzkopf, der zu vorschnellen Reaktionen neigt, eher das Gegenteil. Diese Ruhe scheint sie auch zu brauchen. Denn wenn sie nicht nachts Bilder aufhängt, tagsüber Siebdrucke verkauft, am Wochenende auf Messen rumhängt oder eben Lakritzschnaps verkauft, fliegt sie mal eben für ein paar Tage in der Weltgeschichte rum. Antriebslos kann man das wirklich nicht nennen, aber eben auch nicht gedankenlos, denn sie lässt sich auf nichts ein, wovon sie nicht überzeugt ist. Auch, wenn es mal ein schwieriger Prozess ist, etwas durchzusetzen, aber das brachte die Ausgangslage der Galerie eben schon so mit sich. Den nötigen langen und ruhigen Atem hat sie eben. Darauf kann sie durchaus auch stolz sein, weil sie und ihre Partner dazu beitragen, dass es Orte wie das Gängeviertel und diese Galerie überhaupt noch gibt. Miteinander und Füreinander sind ihr wichtig, entsprechend holt sie sich Menschen an die Seite, denen das genauso wichtig ist — tendaysaweek.


animation by //  dirk bertram, elkartproduktion


*Das Dockville Musik Festival bietet einmal im Jahr Kunst und Musik in Hamburg Wilhelmsburg.http://msdockville.de

** http://msdockville.de/msartville/about

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