Martina Olufs

Koch Kontor // Mittagstisch, Kochkurs, Kochbücher

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1. „We love what we do“ ist die Überschrift unseres Blogs. Damit sprechen wir Menschen an, bei denen wir das von außen betrachtet so sehen. Erzähl uns, was den Reiz und die Liebe ausmacht, die dich jeden Morgen zur Arbeit tragen?

Ehrlich gesagt kann ich das gar nicht so genau benennen. Aber ich bin super-gerne hier in meinem Laden. Ich hab’ manchmal tatsächlich gar keine Lust zu arbeiten, aber, wenn ich dann hier bin, geht es mir richtig gut. Wenn ich morgens herkomme, backe ich als erstes meine Kuchen und das macht mir richtig Spaß. Ich hab’ dann meistens noch anderes zu tun, aber zuerst kommen die Kuchen! Ich backe wahnsinnig gerne. Und dann koche ich hier ja auch, was ich auch wahnsinnig gerne mache. Mir geht es hier im „Koch Kontor“ einfach richtig gut.

 

2. Du kommst ursprünglich nicht aus der Gastronomie – Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Kochbuchladen mit Mittagstisch und Kochkursen anzubieten?

Das habe ich mir ein bisschen von anderen abgeguckt, die das schon gemacht haben. Ich habe schon immer gerne gekocht und hab auch immer gerne in Kochbüchern gestöbert. Eine Freundin von mir erzählte mir mal, dass es so was gibt und ich habe mir das dann angeguckt: In London und Wien – von wo ich auch die Idee mit dem Mittagstisch mitgenommen habe, die bieten den auch an – und Berlin. Das Konzept eines Buchladens mit Kochmöglichkeit und Kochkursangebot fand ich einfach toll. Da dachte ich immer „Das will ich auch!“

 

3. Wie war das denn dann, als du den Laden hattest? Hat sich der Traum bewahrheitet?

Ehrlich gesagt war ich ein bisschen naiv. Das hat schon eine Weile gedauert, bis das dann gut gelaufen ist und ich hatte auch viel Glück und sehr viel Hilfe. Aber jetzt, nach 10 Jahren, bin ich wirklich froh, das Risiko eingegangen zu sein.

4. Was du hier anbietest ist das volle Programm, rund ums Thema Kochen. Was bedeuten Kochen und gutes Essen für dich?

Kochen gehört für mich einfach zu meinem Leben – hier im Laden, aber auch zuhause. Da setze ich mein eigenes Konzept auch um, weil ich wirklich gerne aus Kochbüchern koche. Ich habe dabei sogar meine Eltern ein bisschen „mitgenommen“. Die haben zwar beide schon immer gerne und gut gekocht und Essen hat bei uns zuhause immer eine große Rolle gespielt – Meine Eltern hatten früher mal einen Delikatessenladen in New York –, aber mittlerweile kocht besonders mein Vater auch gerne nach Kochbuch. Essen war für mich schon immer wichtig, schon als kleines Kind. Ich mochte das schon immer gerne. Wenn wir früher essen gegangen sind, war das für mich das Größte. 

5. Würdest du sagen, dass du aus Liebe zum Kochvorgang kochst oder geht es dir dabei um das Essen danach – und wenn ja: Bist du auch gerne Gastgeber?

Eigentlich beides. Aber ich finde den ersten Part, das Kochen, erstmal wichtiger. Für mich ist es ein echtes Highlight, was richtig Leckeres herzustellen und durch das Rezept rauszukriegen, wie das funktioniert. Ich bin aber auch wirklich sehr gerne Gastgeber und lade gerne Freunde zum Essen ein. Mit Menschen zusammenzusitzen und zu essen ist einfach absolut toll. Ich finde auch, dass das viel zu selten gemacht wird. Schließlich ist Essen eine tolle Gelegenheit, zusammenzukommen und eine gute Zeit zu haben. Man isst ja nicht schweigend vor sich hin, sondern unterhält sich dabei – auch über das Essen und Rezepte – und freut sich einfach darüber, zusammen zu sein. Das genieße ich total. Zu kochen und dann mit Freunden zusammen einen schönen Abend am Esstisch zu haben finde ich großartig. 

6. Es gibt inzwischen unglaublich viele Fernsehformate und Zeitschriften zu den unterschiedlichsten Varianten des Kochens und Essens und entsprechend die „Spezial-Werkzeuge“ in verwirrender Vielfalt. Beides scheint inzwischen beinahe identitätsstiftend zu sein. Wie stehst du zum Thema „Ernährung als Status-Symbol“?

Ich bin tatsächlich eher für die ehrliche, leckere Küche mit guten Zutaten. Dieses Kochen mit ‚Chi-Chi’ ist nicht so mein Ding. Ich brauche auch nicht unbedingt Sterne-Küche, wenn ich essen gehe, auch wenn ich die natürlich trotzdem ab und zu gern ausprobiere und spannend finde, was da gemacht wird.  Die Hauptsache ist für mich aber, dass es gut schmeckt. Mir geht es weder beim Kochen noch beim Essen um den Show-Effekt. Allerdings liebe ich mein Arsenal an Küchen-Utensilien auch sehr!

7. Vollwertkost, vegetarisches, veganes, kohlehydratfreies Essen, vielfältigste internationale Küche – du bist inzwischen durch die Regale voller Kochbücher doch bestimmt umfassend informiert. Welche Art zu kochen und zu genießen ist dir die liebste

Ich probiere eigentlich alles aus. „Super-Food“ und „Clean Eating“, beides zurzeit im Trend, finde ich gerade besonders spannend. Ich nenn’ das für mich gerne eher ‚neue gesunde Küche’ aus Büchern wie „Deliciously Ella“. Saisonale Zutaten wie Grünkohl im Winter, gute Produkte und eben das, was reichhaltig und nährstoffreich ist, wie zum Beispiel Avocado. Das lässt sich im Alltag alles gut ein- und umsetzen und man muss dabei auch nicht nach Glaubenssätzen kochen. Grundsätzlich finde ich es einfach wichtig, sich bewusst und gesund zu ernähren. Ich muss aber nicht jeden Trend mitmachen. Und ich esse auch wahnsinnig gern mal ein Wiener Schnitzel. 

8. Von was träumst du nachts?

Ich träum’ schon manchmal von ein bisschen mehr Freizeit. Zum Beispiel für Reisen an Orte, an denen ich noch nicht oder lange nicht mehr war. Kalifornien, Florida und New York, Südafrika – Alles auf jeden Fall immer auch wegen der Küche! ☺ Ich reise einfach sehr gerne dahin, wo es gutes Essen gibt. Meine letzte Reise ging nach London. Viele englische Kochbücher entstanden aus den Erfahrungen von Restaurants und deren Köchen – und diese Restaurants haben wir alle abgeklappert, das hat richtig Spaß gemacht. 

9. Zwei Wochen raus und Handy aus: Wäre das ein schöner Gedanke oder würde dich das unruhig machen?

Da wäre es mir lieber, wenn mein Laden dann sowieso zu ist. Dann bräuchte ich das Handy auch nicht. Aber auch ohne das bin ich einfach weg, wenn ich weg bin. Ich kann da super-gut abschalten. 

10. Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Keine Ahnung, ich mach mir darüber keine Gedanken. Ich lebe von Tag zu Tag. Wahrscheinlich immer noch hier. Das ist für mich aber auch eine schöne Vorstellung.  

11. An welchen Punkt deiner Vergangenheit würdest du gerne zurückgehen?

Wenn ich nochmal die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich wohl wieder nach Kalifornien zurückgehen. Da habe ich mal drei Jahre gelebt. An der Zeit hänge ich noch. 

12. Was war die beste Idee in deinem Leben?

Ich glaube schon, das „Koch Kontor“ aufzumachen. Auch, wenn das nicht zu jedem Zeitpunkt alles immer toll war. Aber in der Rückschau: Das alles hier.

13. Heute mal richtig faul sein: Wie sieht das aus?

Dann kann ich tatsächlich gut mit einem Stapel Kochbücher zuhause sitzen und darin schmökern. Kochbücher sind mein persönliches Yoga-Programm. Und mit einem Kaffee im Bett zu sitzen. Da ich ja so selten zuhause bin, ist es schon echt das Schönste, einfach mal da zu sein. 

14. Auf einer Skala von 1-10, wie geht es dir heute?

Eigentlich geht’s mir gut … also wohl eine 8.


Quickreport //

 1.süß oder salzig? salzig

2. morgens oder abends? morgens

3. mehr ist mehr oder weniger ist mehr? weniger ist mehr.

4. lieber allein oder am liebsten mit vielen? mal so, mal so.

5. auto oder fahrrad? lieber fahrrad, aber ich brauche oft das auto.

6. sekt oder selters? sekt

7. berge oder meer? meer

8. electro oder pop? pop

9. bleistift oder kugelschreiber? bleistift

10. rom oder hongkong? london

…Danke für dein Mitmachen- und dass du uns teilhaben lässt.


found by // carsten

Martina //  habe ich vor einer Ewigkeit als Kollegin kennengelernt. Das war vor keine-Ahnung-mehr-wie-vielen Jahren im Rahmen eines Bürojobs, die berühmte „Team-Assistenz“: Korrespondenz, Reisen buchen, Bürokommunikation und die Erledigung von Dingen, die andere zeitlich nicht schaffen (oder auf die sie keine Lust haben). Wir haben da häufiger zusammengearbeitet und ich habe Martina sehr schätzen gelernt. Sie ist heute immer noch direkt und ehrlich, macht einfach, anstatt lange zu schnacken und lässt sich die gute Laune nur sehr schwer verderben. Und schon damals war ihr klar, dass dieser Job noch nicht alles ist. Martina war immer überzeugt, noch etwas zu finden, dass besser zu ihr passt. Die Idee für den Kochbuchladen kam dann, glaube ich, nach einem Job-Wechsel von Martina auf, der ihr aber wohl zeigte, dass ein Arbeitsplatzwechsel manchmal nicht reicht, um mehr Zufriedenheit zu erlangen. Jetzt haben wir uns wiedergesehen und ich konnte endlich mal fragen, ob es geklappt hat, mit der Zufriedenheit.

 

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